Montag, 24. September 2018

Princess Chelsea, Dresden, 23.09.18

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Konzert: Princess Chelsea
Ort: Beatpol Dresden
Datum: 23.09.2018
Dauer: 75 min
Zuschauer: 70



In der halben Stunde vor geplantem Konzertbeginn füllt sich der Saal langsam. Kurz vor 21 Uhr drückt der Soundtechniker eine Taste und verlässt den Saal. Das Licht bleibt an und es ertönt Ennio Morricones „Spiel mir das Lied vom Tod“. Die ersten Gäste verlassen den Schutz der Theke und bewegen sich zur Bühne. In den nächsten 20 Minuten folgt Lied auf Lied aus der Konserve bis Fleetwood Macs „Mystified“ verklingt und Chelsea Nikkel alias Princess Chelsea und ihre Band umjubelt die Bühne betreten.



Das Konzert beginnt mit Machines of Living Grace, dem Opener des ersten Albums Lil’ Golden Book. Als würden sie Trends und Gewohnheiten nicht interessieren, mischt sie auf der Setlist munter bekannte mit neuen Titeln. Die Band setzt ein und das für Princess Chelsea charakteristische Glockenspiel ertönt und dann: die Stimme einer Prinzessin! Die Mitmusiker untersetzen diese mit einer rauhbeinigen Interpretation der Songs. Das Schlagzeug dominiert die linke Hälfte der Bühne und die Gitarren reichern einige Songs psychedelisch an. Die teilweise zuckersüß arrangierten Studiosongs werden hier aufgebrochen und kriechen wie Sandpapier in die Ohren. So kommt Energie über die Bühne zu uns und das Konzert wird zum Ereignis. Chelsea dirigiert das Ganze mit ihren Schlägeln, die sie um sich auf dem Boden verteilt und bei Bedarf aufnimmt. Sie ist gerade 26 Jahre alt geworden und hat neben ihrem Projekt „The Brunettes“ bereits ein reiches Oeuvre aus 4 Solo-Alben veröffentlicht. Daraus bedient sie sich und uns heute richlich!


An diesem Abend spielt sie Titel aus allen Phasen. Das Publikum begleitet Princess Chelsea mehrheitlich offenbar schon über Jahre. Alle Songs werden begeistert aufgenommen. Und auch die neuen schmiegen sich in den rauen Konzertwind, als wären sie schon immer da gewesen.
 

Jonathan Bree, Künstler, Produzent und musikalischer Weggefährte von Chelsea, der vor Kurzem an diesem Ort spielte, bleibt bescheiden im Hintergrund und spielt mannschaftsdienlich. Und das, obwohl die Prinzessin am Bühnenrand „I miss my man“ ins Mikro und in die Menge schreit – einer von einigen emotionalen und musikalischen Höhepunkten des Abends!
 

Nach den Zugaben geht dann auch schnell das Licht an und ebenso schnell ist Chelsea im Saal, um Autogramme zu geben. Die Theke bleibt nun einsam und alle sammeln sich um die sympathische Künstlerin.
 

Dieser verregnete Sonntagabend in Dresden ließ wohl viele zu Hause sitzen. 70 Zuschauer waren immerhin gekommen, doch die Prinzessin hätte einen viel größeren Hofstaat verdient.

Setlist: 
01. Machines Of Loving Grace 
02. The Pretty Ones 
03. I Love my Boyfriend 
04. Wasting Time 
05. Monkey Eats Bananas 
06. Ice Reign 
07. No Church On Sunday 
08. Cigarette 
09. The Loneliest Girl 
10. Respect The Labourers 
11. I Miss My Man 

12. Overseas (Z) 
13. When The World Turns Grey (Z)

Aus unserem Archiv:
Princess Chelsea, Köln, 09.05.12
Princess Chelsea, Berlin, 07.05.12

Les concerts de la semaine à Paris du 24 au 30 septembre 2018

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Semaine de concerts assez calme, mais de qualité, avec des artists excellents comme Mercury Rev, José Gonzalez, Mitski, Michal Nau, Chris Garneau et les working class heroes britanniques Sleaford Mods qui vont se produire le 26 septembre au Trianon. Photo par Oliver Peel ©




25: Biffy Clyro, Bataclan
25: Poppy, Les Etoiles
25: The Rodeo, concert secret
25: Mercury Rev, Alhambra
25: Clara Polaire, Trois Baudets
25: Darwin Deez, Point Ephémère
26: Neneh Cherry, Café de la Danse
26: Chris Garneau, Point Ephémère
26: Sleaford Mods, Trianon
26: Wladimir Anselm + Nicolas Paugam, Le Pop In
26: Mikaela Davis et Anna Darban, Pop-up du Label
27: The Married Monk, Café de la Danse 
27: Michael Nau, Pop Up-du Label
27: Clelia Vega, La Rue vers l'ogre
27: Midget! et Orso Jesenska, Le Zorba
28: Mitski, La Maroquinerie
28: Elsa Kopf, Bus Palladium
28: Midget, Walrus
29: Jose Gonzalez, Pleyel
29: Yvonne La Nuit Release Party, avec également Kim et Ashtray, International



Samstag, 22. September 2018

Wooden Elephant, düsseldorf! festival, 21.09.2018

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Konzert: Wooden Elephant
Ort: Wacom Kantine, Düsseldorf
Datum: 21.09.2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: ca.200



Musikalische Schnittstellen zwischen Klassik und Pop sind ja nichts Neues. Festivals in Düsseldorf, die die Grenzen zwischen klassischen Konzertsälen und besonderen Spielorten ausloten, ebenfalls nicht. 

Und so findet man sich an einem Freitag Abend in der schicken "Kantine" der modernden Wacom-Zentrale am Hafen, mit Blick auf den Fernsehturm wieder, um einem jungen, klassischen Essemble zu lauschen, wie sie Radioheads "Kid A" Album neu interpretieren. 

Zwei Geigen, eine Bratsche, ein Kontrabass und ein Cello vollführen hier ein umwerfendes Konzert, das nichts mit den üblichen Genremixen von schmierigen Stehgeigern wie David Garrett gemein hat. 

Hier wird Musik mit vollem Körpereinsatz dem Instrument abgetrotzt und erlebbar gemacht. Hört man heute "Kid A" noch einmal im Original, wird schnell klar, dass nicht die damals in jeder Kritik angeführte Wendung zum elektronischeren Sound das Album prägt, sondern die vielen Streichersätze ein ebenso neues Element in der Musik von Radiohead waren, weg vom Indiepop.



Somit wär eine reine Reproduktion schon ein toller Abend geworden. Was die fünf Musiker hier zelebrieren, ist aber soviel mehr. Sie erschaffen praktisch ein neues Werk mit den vorhandenen Melodien. 

Sie ergänzen die Musik im, hier reinen klassischen Gewand, mit gesundem Humor, indem Gläser, Tröten und sogar Milchaufschäumer benutzt werden, um neuartige Klänge zu erzeugen. 

Verehrt man ansonsten eher, dem unperfekten verschriebene, kleine Gitarrenbands, so wird ab der ersten Sekunde deutlich, mit wie viel mehr Talent und harter Arbeit diese Musiker ihre Instrumente bespielen.

Das Projekt startete bereits Aufführungen von Björks "Homogenik" Album (Wooden Elephant - Björk Cover), die Interpretation von "Kid A" ist allerdings noch um Längen besser. 

"The National Anthem" steigert sich bis zur Ekstase und mit "Motion Picture Soundtrack" und seinem melodischem Ende verklingt nach einer aufwühlenden knappen Stunde der letzte, leiseste Ton, bevor der Applaus aufbrandet.

Als logische Zugabe folgt noch eine betörende Version von Björks "Joga". Wer hätte geglaubt, dass die Musik ohne Gesang eine derartige Wirkung entfalten könnte. Wooden Elephant sind leider nicht auf einer ausgedehnten Tour, sondern spielen über das Jahr verteilt nur einige, meist kleinere Festivals.

-kurze Doku: Wooden Elephant - Kid A
Fotos:  Anne Veldt-düsseldorf! festival


Plumes, Karlsruhe, 21.09.18

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Konzert: Plumes (Solo)
Ort: Klaras Wohnzimmer in der Karlsruher Oststadt
Datum: 21. September 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 12


Der 21. September ist für mich immer ein besonderer Tag wegen eines besonderen Geburtstagkinds. Traditioniell wird er von mir als Sommerausklang bewußt wahrgenommen. Oft genug mit (spät)sommerlichem Wetter und aktivem Auftanken für den Winter, der sich kurz danach jäh in den rapide kürzeren Tagen Wirkung auf mein Gemüt verschafft. Das Karlsruher Wetter hatte 2018 die ganze Woche Hochsommer mit 31 Grad Celsius aufgelegt - bis am späten Nachmittag des 21. doch eine Regenfront dem Herbst Raum schuf. Dafür ging am Abend die Sonne auf mit dem Charme und der Herzlichkeit der Kanadierin Veronica Charnley und ihrer Musik als Plumes.
 

Etwas überrascht stellte ich beim Schreiben dieser Zeilen fest, dass es schon mein achtes Konzert mit ihr war. Die Besetzungen waren sehr unterschiedlich, zwischendurch auch sehr ausgefallen und wir haben auch wirklich immer allerhand Dönekes auszupacken, denn sehr oft waren die Konzerte mit lustigen Geschichten am Rand garniert.  Die kleine Konzertreise durch Deutschland war aber nun erstmals eine Tour ganz ohne Mitstreiter - reduziert auf ihre wunderschöne Stimme und eine E-Gitarre (mit der heimlichen oben schon erwähnten Zutat des einnehmenden Charmes).


In ihrer inzwischen auch schon vier Jahre andauernden Zeit in Paris sind einige Lieder zu Texten von Emilie Dickinson (z.B. Will there really be a morning und Curious/furious) und Marina Zwetajewa (z.B. Where does such Tenderness come from) entstanden, die ich aus Konzerten kenne und ins Herz geschlossen habe. Daneben auch Songs zu eigenen Texten wie Jeanne und Winter Getaway und so wunderbare Kleinode wie Love is like seeweed, was ähnlich simpel und dabei doch so sprechend ist wie das schon uralte Phonebooth mit überraschenden inneren Bildern. Es wäre schön, das auch bald mal auf einem Tonträger richtig produziert zu finden... ebenswo wie das das Konzert abschließende Golden Gourmande - das Hochlied auf Crème brûlée.

Es ist so schön, dass Klara den Rahmen für einen so wunderschönen Abend geschaffen hat.


Aus unserem Archiv: 
Plumes, Landau, 19.04.18
Plumes, Dresden, 01.09.17
Plumes, Karlsruhe, 31.08.17
Plumes, Darmstadt, 16.04.15
Plumes, Karlsruhe, 23.03.14
Plumes, Karlsruhe, 22.03.14
Plumes, Mainz, 26.04.13





Montag, 17. September 2018

Les concerts de la semaine à Paris du 17 au 23 septembre 2018

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Semaine très riche en bons concerts! Il y aura une nouvelle édition du chouette Paris Popfest à Hasard Ludique, mais également le retour de The Wedding Présent, groupe qui avait  joué ma 100ème Oliver Peel Session en juillet 2015 !




17: Albin de la Simone, Cite de la Musique
17: Petrol Girls, Olympic Café
17: Jeanne et Judith Owen, Trois Baudets
18: Skating Polly et Doe, Olympic Café
18: Tom Grennan, Café de la Danse
18: Calypso Rose, La Cigale
18: Amyl and The Sniffers, Supersonic
18: Albert Hammond Jr, Gaité Lyrique
19: Sofi Tukker, Cabaret Sauvage 
19: Hollydays, Café de la Danse
19: Kim Ki O + Regina Deming, 1999
19: Xavier Rudd, Elysée Montmartre
19: Estrons, Olympic Café
19: Liza Anne, Supersonic
19: Bakel, Aloïse Sauvage, Lonepsi, FGO-Barbara
19: Erika Wennerström et Field Division, Pop-up-du Label
20: Naya, Café de la Danse
20: Garbage, Bataclan, complet
20: The Brian Jonestown Massacre, La Cigale
20: La Luz, Point Ephémère
21: Paris Popfest avec The Orchids, Cocoanut Groove, Peaness, DJ Set Popnews, Hasard Ludique
21: Canari, Walrus
21: Pharaon de Winter, Niki Demiller, Donald Pierre, Supersonic
21: Sage, Café de la Danse
21: Oré + Arthur Ely + Tryphème, FGO-^Barbara
21: Yasmine Hamdan, Institut du Monde Arabe
22: Kina Grannis, Etoiles
22: Fenster et Alexander van Pelt (de Coming Soon), Pop)up du Label
22: Paris Pop fest avec Go-Kart Mozart, Beach Youth, Birdie, Soft Science, Xavier Boyer, Hasard Ludique
22: Julien Baker et Becca Mancari, La Maroquinerie
22: The Wedding Present, Point Ephémère
23: Spiritualized, Cabaret Sauvage



 

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